Wieso wir eine Glatthaarhündin mit einem Rauhaarrüden verpaart haben

 

In all den vielen Telefonaten mit Interessenten kamen immer die selben beiden Fragen auf:

  • Wieso wurde eine Glatthaarhündin mit einem Rauhaarrüden verpaart?
  • Werden glatte Welpen dabei sein?

 

Die zweite Frage ist gleich beantwortet: Wir haben keine Ahnung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Welpen rau werden, ist höher als die Möglichkeit, dass es glatte geben wird.  In der Vererbung ist das Rauhaar-Gen dominant. Bei den Rauhaar gibt es reinerbig rau oder mischerbig glatt - rau. Glatthaar sind immer reinerbig glatt.

Ist einer der Partner nun reinerbig rau und der andere glatt, werden die Welpen mischerbig glatt-rau und damit in der Fellstruktur rau.

Ist einer der beiden glatt und der andere mischerbig glatt-rau, werden die Nachkommen entweder mischerbig und damit in der Fellstruktur rau oder reinerbig glatt und bekommen somit glattes Fell.

Die dritte Variante ist, dass beide mischerbig glatt-rau sind und damit in der Fellstruktur Rauhaar sind, aber glatte Welpen haben können.

 

Ob ein Welpe glatt oder rau wird, sieht man meistens ab der vierten oder fünften Woche. Aber es kann durchaus passieren, dass selbst bei der Wurfabnahme die Fellstruktur nicht sicher erkennbar ist

 

Da diese Antwort wenig befriedigend ist, möchte ich die erste Frage beantworten. Diese ist aber wesentlich schwieriger zu beantworten:

 

Wie bereits erwähnt ist die Kromfohrländerzucht eine sehr junge Zucht. Alle Kromfohrländer stammen von den selben 3 Hunden ab und sind damit, wenn auch häufig nur noch sehr entfernt, miteinander verwandt. Die Glatthaarzucht ist noch wesentlich jünger als die Rauhaarzucht und hier ist der Verwandtschaftsgrad der einzelnen Hunde noch  sehr viel enger.  Und das Problem der engen Verwandtschaft wird in absehbarer Zeit nicht kleiner werden, da man nur  wenig Genmaterial in der Zucht zur Verfügung hat.

Die Empfehlung des RZV belaufen sich dahingehend, dass es bei der Verpaarung zweier Hunde keine gemeinsamen Verwandten über 3 Generationen hinweg geben sollte.

 

In unserem speziellen Fall kamen unter Berücksichtigung sämtlicher relevanten Aspekte im Bereich Gesundheit und Rassestandard nur zwei Glatthaarrüden zur Auswahl. Und da kam das nächste Problem auf.

Jeder Rüde, der jünger als 8 Jahre ist, darf innerhalb von zwei Jahren nur drei Deckeinsätze haben.

Rüde Nr. 1 war bis April gesperrt und wir rechneten mit Bakiras Läufigkeit im Februar.

Rüde Nr. 2 war bereits versprochen und  da dies sein dritter Decksprung werden sollte, war er danach gesperrt.

 

Also mussten wir die weiteren Möglichkeiten prüfen, die wir noch hatten:

  •  Keine Verwandtschaft in zwei Generationen
  • Teilnahme an einem Einkreuzprojekt
  • Rauhaarrüde

Die Teilnahme an einem Einkreuzprojekt schied für uns von vornherein aus. Wir haben unser Herz an die Kromfohrländer verloren und wir wollten unbedingt reinrassige Kromis züchten.

Die Verpaarung mit einem Hund, der in zwei Generationen nicht mit Bakira verwandt ist, haben wir nach der Lektüre zahlreicher Zuchtbücher und Gesprächen mit erfahrenen Züchtern verworfen.  Jede Rasse hat ihre gesundheitlichen Probleme. Je enger die beiden Partner miteinander verwandt sind, umso größer ist das Risiko der Vererbung von Krankheiten.

Dies ist für uns absolut indiskutabel gewesen, da es unser Anspruch ist, dafür Sorge zu tragen, dass wir die Voraussetzung schaffen, gesunde und wesensfeste Kromis zu züchten. Das ist in unseren Augen um ein vielfaches wichtiger als die Frage Glatt oder Rau. 

Die Kromfohrländer sind eine tolle Rasse und uns ist es wichtig, zur Gesunderhaltung der Rasse beizutragen! Es nutzt niemandem - am Wenigsten den Hunden und ihren künftigen Besitzern - wenn der Hund krank wird. Daher war die Verpaarung unserer Bakira mit einem Rauhaarkromi für uns die einzige Option bei der wir ein gutes Gefühl haben. Mit Esjen von der Aragorner Höhle haben wir einen sehr hübschen und liebenswerten Rüden gefunden. Es gibt in 5 Generationen keine gemeinsamen Verwandten. Damit ist auch das Thema Inzucht kein Problem in dieser Verpaarung.

In Zukunft werden immer mehr Züchter, diese Art der Verpaarung der beiden unterschiedlichen Fellarten wählen um langfristig sicher zu stellen, dass der Kromfohrländer ein gesunder Hund bleiben kann.

 

Jeder Interessent muss nun für sich entscheiden: will ich unbedingt einen Glatthaarhund. Dann ist es sicherer sich an einen Züchter zu wenden, der glatt mit glatt verpaaren konnte.  Bei dieser Verpaarung kommt niemals ein Rauhaarhund heraus.  In diesem Fall muss man sich unter Umständen  auf sehr lange Wartezeiten einstellen.

 

Eines sollte man noch bedenken. Egal ob glatt oder rau: Kromfohrländer sind sie alle und die Merkmale, die unsere Kromis auszeichnen, haben beide! 

Wenn man eines Tages seinen Kromi in die Arme schließt, weiß man unter Umständen immer noch nicht, wird er rau oder glatt.

Aber eines weiß man in diesem Moment: Es ist der beste und schönste Welpe der Welt!